Im Interview

FAQ-Bereich!

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Alle Fragen und Antworten im Überblick

Geothermie (Erdwärme) im Allgemeinen

Was ist Geothermie (Erdwärme) und wie wird sie genutzt?

Geothermie (Erdwärme) ist die unterhalb Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto wärmer wird es. In Mitteleuropa nimmt die Temperatur um etwa 3 °C pro 100 Meter Tiefe zu. Man geht davon aus, dass im Erdkern Temperaturen von etwa 5.000 - 7.000 °C erreicht werden. Diese in der Erde gespeicherte Wärme ist nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich.

Die nutzbare – mit heutiger Tiefbohrtechnik erschließbare – Energiereserve wird weltweit auf das rund 30-fache sämtlicher fossiler Reserven (Kohle, Gas und Öl) geschätzt. Durch die Nutzung der Geothermie können Städte und Gemeinden ihre Wärmeversorgung klimafreundlich gestalten und einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten.

Welche Rolle spielt die Geothermie bei der Wärmewende in Deutschland?

Die Geothermie in Deutschland hat ein enormes Potenzial zur nachhaltigen Wärmeversorgung. Besonders die Tiefengeothermie ist dabei ein zentraler Baustein, um CO₂-Emissionen langfristig zu senken.

Geothermie liefert ganzjährig Wärme. Sie ist flächen- und emissionssparend, regional verfügbar und langfristig preisstabil. Damit ist sie ein Schlüssel zur kommunalen Wärmewende – besonders in Kombination mit intelligenten Wärmenetzen und der Integration weiterer erneuerbarer Energien.

Was ist der Unterschied zwischen oberflächennaher und Tiefengeothermie?

Oberflächennahen Geothermie bezeichnet Wärmegewinnung aus einer Tiefe von bis zu 400 Metern. Am häufigsten kommt das geschlossene System einer Erdwärmesonde in Kombination mit einer Wärmepumpe zum Einsatz.

Als Tiefe Geothermie bezeichnet man die Nutzung der Erdwärme in Tiefen zwischen 400 bis 5000 Metern. Die häufigste Nutzung ist die hydrothermale Geothermie in Kombination mit Fernwärmenetzen. An Orten mit besonders heißem Thermalwasser wird auch Strom produziert

Ist die Energieausbeute der hydrothermalen Geothermie endlich?

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass ein Reservoir ungefähr die doppelte Zeit der Förderung benötigt, um sich wieder vollständig zu regenerieren. In der Modelltheorie überbrückt man diese Zeit, in dem man um die Förderbohrung herum im Kleeblattmuster über weitere Re-Injketionsbohrungen andere Zonen bewirtschaftet und dann wieder zum ersten Reservoir zurückkehrt, wenn sich dieses regeneriert hat.

Kann die Nutzung der Geothermie Erdbeben auslösen?

Bei der Erschließung oder dem Betrieb von Anlagen der Geothermie können vor allem in Gebieten mit natürlicher Seismizität induzierte, also durch menschliche Aktivitäten verursachte, seismische Ereignisse auftreten. Dies bedeutet, es sind wissenschaftlich betrachtet Erdbeben, die nur von Messgeräten erfasst und in der Regel vom Menschen nicht verspürt werden.

Im Betrieb geothermischer Anlagen gibt es inzwischen langjährige Erfahrungen. Durch gründliche geologische und seismische Vorplanung und Exploration sowie durch fachgerechte Planung und technische Ausführung der Bohrung sowie durch ein kontinuierliches Monitoring ist die induzierte Seismizität (mit Hilfe sogenannter Ampelsysteme) gut kontrollierbar.

Der Leitfaden zum seismischen Messnetz der Geothermie Unterhaching enthält neben der Einführung auch Beispielbilder einer seismischen Messstation und die Kommunikationsregeln im Ereignisfall.

Geothermie Unterhaching

Wie tief wurde in Unterhaching gebohrt und wie hoch ist das Potential?

    1. Bohrung (Förderung) im Jahr 2004:
      Teufe 3.350 m, Temperatur 122°C, Schüttung: 150 l/s
    2. Bohrung (Reinjektion) im Jahr 2007:
      Teufe 3.580 m, Temperatur: 133°C, Schüttung: 150 l/s

Wie lange ist die Bohrung in Unterhaching nutzbar?

Das hängt davon ab, wie schnell das abgekühlte Wasser wieder an der Entnahmestelle ankommt und wie sehr es sich dabei wieder mit Wärme aufladen kann. Für Unterhaching gehen wir von einem Zeitraum von 80 Jahren aus, bis das Wasser allmählich beginnt sich abzukühlen. Dann bräuchte man ggfls. eine weitere Bohrung/Zuflusszone und würde die erste Bohrung zur Regeneration liegen lassen.

Wie wichtig ist die Geothermie für die Energiewende vor Ort?

Mit der Nutzung der Geothermie bietet die Gemeinde ihren Bürgern bereits seit 2007 eine bezahlbare, ökologische und zukunftsfähige Alternative zu fossilen Energieträgern.

Heute gilt Unterhaching als Vorreiter in Sachen Energie und Klimaschutz. Jährlich werden durch die Nutzung der Geothermie bereits mehr als 40.000 Tonnen CO2 eingespart. Durch den Vollausbau des kommunalen Wärmenetzes bis 2028 leistet die Geothermie Unterhaching einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der gemeindeeigenen Klimaziele.

Fernwärme

Welche Anschlussmöglichkeiten an das Fernwärmenetz gibt es?

Neuerschließung: Für Eigentümer mit einem Objekt, das noch nicht am Bestandsnetz liegt. (Bis zu 30 % günstigere Anschlusskosten)

Netzverdichtung: Für Eigentümer mit einem Objekt, das am Bestandsnetz liegt.

Keller- oder Teilkellerlösung: Für Eigentümer mit einem Objekt, in einer Reihenhauszeile. (Bis zu 45 % günstigere Anschlusskosten)

Bei allen Anschlussmöglichkeiten haben Sie die Option eines kostenfreien Vorsorgeanschlusses. Sie haben damit 10 Jahre Zeit Ihre Wärmeversorgung auf Geothermie Fernwärme umzustellen.

Ist ein Vorsorgeanschluss kostenlos?

Ja, der Vorsorgeanschluss ist kostenlos. Jedoch verpflichten Sie sich, dass Sie innerhalb 10 Jahre an unser Wärmenetz angeschlossen werden.

Kann ich als Mieter auch Fernwärme beziehen?

Ja. Als Mieter können Sie Fernwärme beziehen, wenn Ihr Vermieter oder die Hausverwaltung das Gebäude an das Fernwärmenetz anschließt.

Der Fernwärmeversorgungsvertrag wird grundsätzlich nur mit dem Hauseigentümer geschlossen. Die Abrechnung für den Fernwärmebezug erfolgt für Mieter in der Regel über die Betriebskostenabrechnung. Sollte der Eigentümer zustimmen, kann diese jedoch auch direkt über den Mieter erfolgen (Mietervereinbarung).

Welche Vorteile hat Fernwärme im Vergleich zu anderen Heizsystemen?

Fernwärme ist eine komfortable, platzsparende und umweltfreundliche Heizlösung. Es ist keine eigene Heizkesselanlage, Brennstofflagerung oder Schornsteinreinigung nötig. Durch die Nutzung von Geothermie ist die Fernwärme in Unterhaching klimafreundlich, erfüllt bereits alle gesetzlichen Vorgaben und steigert den Wert Ihrer Immobilie.

Bei der Umstellung auf Fernwärme erwarten Sie im Vergleich zu anderen Heizsystemen geringe Investitionskosten und attraktive Fördermöglichkeiten. 

Wie ist der Ablauf von der Erstaufnahme bis zur Inbetriebnahme der Wärmeversorgung?

Vom ersten Interesse an einem Geothermie-Fernwärmeanschluss bis zur endgültigen Inbetriebnahme stehen einige Schritte an, über die wir Ihnen hier einen Überblick verschaffen möchten.

Darf ich auch nach der Umstellung meiner Wärmeversorgung auf Geothermie noch eine Solarthermie einbauen?

Ja, auch der nachträgliche Einbau und die Nutzung einer Solarthermie ist grundsätzlich möglich.

Die Geothermie Unterhaching muss hierüber jedoch vorab informiert werden.

Was kann ich unter den Begriffen Grunddienstbarkeit und Gestattungsvereinbarung verstehen?

Grunddienstbarkeit:
Der zusammen festgelegte Leitungsverlauf wird durch einen Notar in das Grundbuch eingetragen. Dies wird benötigt so bald zwei oder mehrere real getrennte Grundstücke, d.h. unterschiedliche Flurnummern, mit der Fernwärmeleitung durchlaufen werden (z.B. Kellerlösung).
Die Notarkosten werden durch jeden Eigentümer selbst getragen (außer anders vereinbart).

Gestattungsvereinbarung:
Sollte es für eine Flurnummer mehrere Eigentümer geben, z.B. Gemeinschaftsweg, kann eine Gestattungsvereinbarung geschlossen werden. Für diese wird kein Notar benötigt, ist kostenfrei und wird direkt mit dem Versorgungsunternehmen geschlossen.
Diese muss, vor der Baufreigabe, von allen Eigentümern unterzeichnet werden.

In beiden Fällen gilt:
Eine Gestattung/ Grunddienstbarkeit räumt dem Fernwärmeversorgungsunternehmen das Recht ein die Fernwärmeleitungen zu verlegen, zu betreiben, zu unterhalten, instand zu halten, zu erneuern und zu entfernen. Letzteres gilt nur, wenn kein Gebäude/ Objekt mehr mit Fernwärme versorgt wird.

Wie hoch ist der Emissionsfaktor der Geothermie Unterhaching in g CO2/kWh?

25,5 g/kWh, Primärenergiefaktor = 0,21

Welchen Energiemix hat die Unterhachinger Fernwärme?

Gemeinsam mit unserer Produktionstochter, sind wir stets darauf ausgerichtet unseren Energiemix für die Unterhachinger Fernwärme so CO2-frei wie möglich zu halten. Unsere Fernwärme wird fast ausschließlich mit geothermischer Energie erzeugt und hat damit einen sehr niedrigen Primärenergiefaktor, der allen gesetzlichen Anforderungen wie im Gebäudeenergiegesetz (GEG) gefordert, bereits entspricht.

Aus wirtschaftlichen Gründen kann derzeit leider noch nicht ganz auf fossile Energieträger verzichtet werden. Der Einsatz von Erdgas spielt lediglich eine untergeordnete Rolle, da dieses nur in einem Nebenprozess benötigt wird. Es handelt sich dabei um die Eigenerzeugung von Strom für unsere Thermalwasserpumpen in einem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk. Bei Ausfallzeiten der Förderpumpe wird vorrangig auf geothermische Wärmeenergie über unseren Wärmeverbund mit Grünwald als Redundanz zurückgegriffen. Der fossile Energieträger Heizöl trägt als Redundanz im Jahresverlauf nur zu 1 – 2% zum Energiemix bei.

Unsere Bescheinigung zum Erfüllungsgrad der Fernwärme und zum Primärenergiefaktor finden Sie auf unserer Website unter Bescheinigung Erfüllungsgrad Fernwärme.

Was hat es mit der Begrenzung der Rücklauftemperaturen auf sich?

Das resultiert aus den Effizienzgrundsätzen im Fernwärmebereich. Je kleiner die Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauftemperatur (Delta-T) desto mehr Wasser muss im Netz umgewälzt werden, um die gleiche Wärmeleistung zu den Verbrauchern zu bringen. Ein hohes Delta-T senkt umgekehrt also den Energieeinsatz, um die Wärme zum Verbraucher zu bringen. Leider arbeitet ein Trinkwassererwärmungssystem unabhängig von der Jahreszeit immer gleich gut oder schlecht. Solche Systeme liefern demnach also auch im Winter zu hohe Rücklauftemperaturen und können das gesamte System schneller an die Lastgrenzen führen.

Preisgestaltung, Preisanpassung und Förderung

Gibt es eine Förderung für die Umstellung auf Geothermie?

Die Bundesförderung effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen - (BEG EM) bietet einen Zuschuss von bis zu 70 % für den Umstieg auf umweltfreundliche Fernwärme an.

Bitte beachten: Der Fördermittelantrag muss vor Baubeginn Ihres Hausanschlusses gestellt werden.

Weitere Information finden Sie hier.

Was ist die Preisgleitklausel?

Preisgleitklauseln in Fernwärmeverträgen dienen dazu, die Wärmepreise automatisch an die tatsächlichen Kostenentwicklungen anzupassen. Sie basieren auf offiziellen Indizes des Statistischen Bundesamtes und sorgen für eine transparente und stabile Preisgestaltung. 

Was ist der Wärmemarkt und warum ist dieser in der Preisformel?

Der Wärmemarktindex umfasst den Handel mit Wärmeenergie und den dazugehörigen Dienstleistungen. Er beinhaltet die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wärme für verschiedene Zwecke, wie Heizen, Warmwasserbereitung und industrielle Prozesse. Der Wärmemarktindex hat den Zweck, die Entwicklung des gesamten Marktes für Wärmeversorgung abzubilden.

Gemäß §24 (4) AVBFernwärmeV müssen die Preisänderungsklauseln in Fernwärmeverträgen neben der Kostenentwicklung des Anbieters auch die Verhältnisse auf dem Wärmemarkt angemessen berücksichtigen. Durch diese Maßnahme sollen Verbraucher vor unverhältnismäßigen Preissteigerungen einzelner Fernwärmeanbieter geschützt werden, indem sich die Preise gemäß der Marktsituation entwickeln.

Bei der Geothermie Unterhaching fließt der Wärmemarktindex zu 30% in den Arbeitspreis ein.

Warum wird der Fernwärmepreis angepasst?

Da Fernwärmeversorgungsverträge langfristige Verträge sind, werden die Preise an die Schwankungen des Marktes nach oben und nach unten angepasst. Dies dient der Sicherheit beider Vertragspartner da es unmöglich ist, einen für die gesamte Laufzeit gültigen Preis zu kalkulieren der alle Risiken vorausschauend abdeckt

Gemäß den vertraglichen Regelungen mit unseren Kunden sind wir verpflichtet, unsere Preise regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Wir machen dies einmal im Jahr, jeweils zum 1. Oktober.

Wie wird die Preisanpassung berechnet?

Die mögliche Preisentwicklung ist in einer Preisgleitklausel (siehe Punkt 2 Preisblatt) genau festgelegt. Grund-, Arbeits-, CO2- und Messpreise sind an unterschiedliche Indizes gekoppelt.

Für die Berechnung werden öffentlich zugängliche Statistiken des Statistischen Bundesamtes genutzt. Dies bedeutet, dass sich die leistungs- und verbrauchsorientierten Fernwärmepreise ausschließlich so entwickeln, wie es die staatlich ermittelten Verbrauchsindices widerspiegeln. Die Preisgleitformel ist zwar komplex und man muss viele Werte berücksichtigen. Das Vorgehen zur Preisbildung ist aber vollkommen transparent und nachvollziehbar.

Kann die Preisberechnung mit anderen Fernwärmeversorgern verglichen werden?

Ein direkter Vergleich mit anderen Fernwärmeunternehmen ist zu einem isolierten Zeitpunkt kaum aussagekräftig. Jedes Versorgungsunternehmen hat eigene Abnahme- und Erzeugungsstrukturen, die in den jeweiligen Preisänderungsklauseln abgebildet werden.

Zudem unterscheiden sich die Preisänderungsregelungen, wie etwa die Anpassungszeitpunkte oder die Zeiträume, für die die Indizes bei Anwendung der Preisänderungsklausel berücksichtigt werden. Die Geothermie Unterhaching führt ihre Preisanpassungen für Fernwärme einmal jährlich zum 01.10. durch. Andere Fernwärmeversorger haben einen halbjährigen oder vierteljährigen Rhythmus.

Dennoch gibt die Preistransparenzplattform https://www.waermepreise.info, der Verbände AGFW, BDEW und VKU einen transparenten Überblick über die jeweiligen lokalen Marktpreise sowie Aufschluss über die große Vielfalt der Wärmenetze, sei es in Hinblick auf eingesetzte Energieträger, Netzgrößen, Lieferumfang des Versorgers oder auch bei den Preisanpassungszyklen. Darin wird ersichtlich, dass jedes Wärmenetz eine starke Individualität aufweist – im Gegensatz zur Strom- und Gaslieferung.

Warum sind bei der Geothermie die laufenden Kosten teurer im Vergleich zur Gas- oder Ölheizung?

Wenn man den kurzfristigen Preis pro Kilowattstunde anschaut, wirkt die alte Gas- oder Ölheizung vielleicht auf den ersten Blick günstiger. Dieser Kostenvergleich ist allerdings irreführend.  

Bei der Geothermie Fernwärme bezieht man keinen Energierohstoff, sondern ein fertiges und vor allem regionales und sicheres Wärmeprodukt. Neben den Verbrauchskosten müssen bei einer Gas- oder Ölheizung auch die Kosten für den Tausch des Brennkessels (ca. alle 20 Jahre) eingeplant werden. Bei der Geothermie entfallen diese Kosten, denn die platzsparende Wärmeübergabestation bleibt im Eigentum der Geothermie Unterhaching. Diese übernimmt die Instandhaltung der Station und im Bedarfsfall stehen Ihnen unsere Servicemitarbeiter 24/7 zur Verfügung.

Bei den günstigeren Verbrauchspreisen handelt es sich zudem um eine Momentaufnahme. Wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat, sind die Preise und die Versorgungssicherheit für Erdöl und Erdgas nicht garantiert und sehr abhängig von nationalen und internationalen politischen Entwicklungen (z. B. CO2-Besteuerung, US-Zölle und Ukraine-Krieg).

Mit einer regionalen und nachhaltigen Geothermie Fernwärmeversorgung profitieren Sie neben den niedrigen Investitionskosten also auch langfristig von stabileren Preisen und niedrigen CO2-Kosten.   

Wie werden sich die Fernwärmepreise zukünftig entwickeln?

Die Preisentwicklung wird von vielen Faktoren beeinflusst, die wir nicht oder nur am Rande beeinflussen können. Daher machen wir zur konkreten Entwicklung der Preise und ihrer Höhe keine Prognosen. Für die kommenden Jahre erwarten wir anhand der uns aktuell vorliegenden Informationen wieder stabile bis leicht sinkende Preise.

Aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Bindung an öffentlich einsehbare Preisindices, sind wir dabei im Wesentlichen auf die Entwicklungen in den Bereichen Energie, Löhne, Dienstleistungen und Investitionsgüter ausgerichtet.

Warum gibt es bei der Fernwärme aus Geothermie noch einen CO2-Preis?

Es ist erklärtes Ziel der Geothermie Unterhaching, ein komplett CO2-freies Wärmeprodukt anzubieten bevor der Gesetzgeber dies vorschreibt, was derzeit ab 2045 der Fall ist.

Erfreulicherweise liegt der aktuell CO2-freie Anteil der Wärmeerzeugung, ohne die Eigenstromerzeugung im Blockheizkraftwerk (=BHKW), bereits bei 98%. Die verbleibenden 2% entstehen durch die fossile Redundanz im BHKW, wenn die Geothermie Anlage in Revision ist oder in Spitzenlastzeiten (=Zeiten, in denen besonders viel Wärme nachgefragt wird) nicht genug Wärme aus der eigenen Bohrung und dem Wärmeverbund mit der Erdwärme Grünwald bereitgestellt werden kann.

Mit den derzeit laufenden, weiteren Tiefenbohrungen der Erdwärme Grünwald wird sich die geothermische Versorgung über den Verbund binnen der kommenden zwei Jahre jedoch weiter anheben lassen, wodurch die Nutzung des fossilen Heizwerks -auch zu Spitzenlastzeiten- kein Thema mehr sein wird. Auch die Eigenstromerzeugung im BHKW soll möglichst schnell, andererseits aber auch wirtschaftlich vertretbar, auf rein CO2-freie Füße gestellt werden.

Was ist der Minitarif bzw. eine Bestabrechnung?

Der Minitarif ist unser Tarif für Geringverbraucher, die einen sehr niedrigen Wärmebedarf haben.
Er unterscheidet sich von unserem Standardtarif durch unterschiedliche Gewichtung von Grundpreis und Arbeitspreis. Der fixe Grundpreis ist gegenüber dem Standardtarif um ca. 50 % reduziert, der Arbeitspreis für die tatsächlich verbrauchte Wärme ist dafür höher. Dies führt insgesamt dazu, dass die Einsparung gegenüber dem Standardtarif umso höher ist, je weniger Energie verbraucht wird.

Für die Umsetzung des Minitarifs wurde eine sogenannte Bestabrechnung eingeführt. Bei Kunden, die mindestens ein volles Betriebsjahr an die Fernwärme angeschossen sind, wird bei jeder Jahresabrechnung geprüft, mit welchem Tarif der Kunde am besten fährt. Nach dem jeweils günstigeren Tarif wird dann auch abgerechnet.

Wieso sind die Abschläge jeden Monat gleich hoch, obwohl in den Sommermonaten nicht geheizt wird?

Unser Abrechnungssystem kalkuliert automatisch auf Basis diverser Parameter - wie z. B. der erwarteten Preisentwicklung, klimatischen Einflüsse und persönliche Angaben zum Verbrauch – die voraussichtlichen Gesamtkosten für das kommende Jahr.
Diese werden in zwölf gleichlautende monatliche Abschläge aufgeteilt. Das dient der besseren Planbarkeit und einer gleichmäßigen Verteilung der Zahlungen – auch wenn die monatlichen Verbrauchswerte tatsächlich schwanken.

Die Abschläge werden einmal jährlich im Rahmen der Jahresrechnung angepasst.
Als Berechnungsgrundlage dient der Gesamtverbrauch des Vorjahres, der als voraussichtlicher Verbrauch für das kommende Jahr angenommen wird.

Service

Ich habe eine Anfrage gestellt. Wann kann ich mit einer Antwort rechnen?

Nach Erhalt Ihrer Kontaktdaten werden wir Sie innerhalb weniger Werktage über die Anbindungsmöglichkeit und den aktuellen Fortschritt im Rahmen des Vollausbaus unseres Fernwärmenetzes informieren.

An wen kann ich mich bei einer Störung der Wärmeversorgung wenden?

Unsere Rufbereitschaft steht Ihnen täglich 24 Stunden zur Verfügung.
Bei Störungen der Wärmeversorgung erreichen Sie unsere Kollegen unter 089/665982666.

Meine Kontaktdaten haben sich geändert, wo kann ich diese ändern?

Änderungen von Vertrags- und Kontaktdaten können Sie einfach online übermitteln. Nutzen Sie hierzu unser Formular oder schreiben Sie uns eine E-Mail an info@geothermie-unterhaching.de.

Warum habe ich noch keine Rechnung nach erfolgreichem Hausanschluss erhalten?

Aufgrund aufwendiger Prozesse und detaillierter Prüfung externer Weiterberechnungen unserer Dienstleister gibt es in unserem Unternehmen derzeit eine Verzögerung bei der Erstellung der Hausanschlussrechnungen. Wir arbeiten daran, diese Angelegenheit zu beschleunigen und bitten um Verständnis für die entstandene Verzögerung.

Wo finden aktuell Baustellen statt?

Eine Übersicht der aktuellen Baustellen für den Fernwärmenetzausbau finden Sie hier.

Wie bekomme ich einen Energieausweis?

Einen Energieausweis dürfen qualifizierte Fachleute ausstellen, wie Architekten, Ingenieure oder Energieberater. Bestimmte Handwerksmeister, z.B. im Bereich Heizungsbau, können ebenfalls Energieausweise ausstellen, sofern sie die erforderlichen Qualifikationen nachweisen können.

Einen Energieberater finden Sie z. B. über die Energieeffizienzexpertenliste der Deutschen Energieagentur (dena).
https://www.energie-effizienz-experten.de/

Für die Erstellung eines Energieausweises werden verschiedene Angaben zum Gebäude benötigt, darunter auch Informationen über die Heizungsanlage. Die entsprechenden Nachweise für die umweltfreundliche Geothermie Wärmeversorgung finden Sie hier:

Bescheinigung Primärenergiefaktor
https://geothermie-unterhaching.de/wp-content/uploads/2022/11/210920-Bescheinigung-PEF-CO2-FW-309-1_7.pdf

Bescheinigung Erfüllungsgrad Fernwärme
https://geothermie-unterhaching.de/wp-content/uploads/2022/11/210920-Bescheinigung-EE-Anteil-FW-309-5_7.pdf

Für einen Verbrauchsnachweis benötigen Sie den Wärmeverbrauch der letzten 3 Jahre. Diesen entnehmen Sie bitte den Ihnen vorliegenden Jahresabrechnungen.